• Zielgruppen
  • Suche
 

Saturday Morning Lecture: Erste Bose-Einstein-Kondensation im All - Ein Meilenstein für die weltraumgestützte Atominterferometrie

Am Dienstag, 09.05.2017 um 18 Uhr sprechen Maike Lachmann und Dr. Waldemar Herr aus dem Institut für Quantenoptik im Großen Physik-Hörsaal im Hauptgebäude der Leibniz Universität Hannover über die ersten Experimente mit ultrakalten Atomen im All.

Ein Bose-Einstein Kondensat in der Schwerelosigkeit: Erstmals haben deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am 23. Januar 2017 unter Federführung der Leibniz Universität Hannover an Bord einer Forschungsrakete Interferenzexperimente mit „gebändigten“ ultrakalten Materiewellen, so genannten Bose-Einstein Kondensaten (BEK), durchgeführt. Hierzu wurden Rubidium-Atome mittels einer Kühlung durch Laserlicht und anderer atom-optischer Methoden in einen extrem niedrigen Energiezustand überführt, der weniger als einem Millionstel Grad über dem absoluten Nullpunkt entspricht. Unter diesen Bedingungen bildet eine Wolke aus mehreren zehntausend Atomen einen neuen Materiezustand – ein Bose-Einstein-Kondensat.

In dieser Saturday Morning Lecture geben Maike Lachmann und Dr. Waldemar Herr einen Überblick über die durchgeführten Experimente der QUANTUS und MAIUS Projekte, die zur ersten Bose-Einstein Kondensation im All führten.

Wann? Dienstag, 09.05.2017 um 18 Uhr

Wo? Großer Physikhörsaal der Leibniz Universität Hannover, Welfengarten 1

Am 23. Januar 2017 um 3:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit gelang Forscherinnen und Forschern eine kleine Sensation: Erstmalig konnte während der Höhenforschungsraketenmission MAIUS-1 ein Bose-Einstein Kondensat im Weltall erzeugt werden. Während der Mission wurden außerdem unterschiedliche Experimente zur Materiewellenoptik und Materiewelleninterferometrie durchgeführt. Unter der Leitung des Instituts für Quantenoptik der Leibniz Universität, finanziert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), konnte diese Mission in Kooperation mit elf deutschen Forschungseinrichtungen innerhalb von fünf Jahren realisiert werden.

Den Grundstein für diesen Erfolg legten die bereits seit 2004 durchgeführten Experimente innerhalb des Vorläuferprojekts QUANTUS (Quantengase unter Schwerelosigkeit). Dazu wurden am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) in Bremen Fallturmexperimente als Vorbereitungen für Missionen im All durchgeführt. Die weltweit beachtete Forschung der QUANTUS und MAIUS Projekte leistet entscheidende Pionierarbeit und bleibt für die Vorbereitung weiterer Missionen eine wichtige Forschungsplattform.